ILSE – Initiative lesbischer und schwuler Eltern

Liebe Ilse-Interessierte,

auf dem Straßenfest anlässlich der Pride Week 2017 durfte ich viele tolle Gespräche führen. Besonders zwei Themen sind mir sehr Nahe gegangen. Das eine davon betrifft mich auch persönlich und das andere finde ich erwähnens- und diskutierenswert.

Es ging zum einen um das Thema: Trennung in Regenbogenfamilien und
um das Thema: Absprachen mit dem „Spender“

Da das erste Thema mich persönlich betrifft, kann es sein, dass ich nicht immer sachlich und objektiv darüber schreibe. 😉 Ich bitte das dann emphatievoll zu tollerieren, besser noch zu kazeptieren…

Kinder, die in Regenbogenfamilen leben (in die Beziehung mitgebracht, in die Beziehung hineingeboren oder als Pflegekind liebevoll aufgenommen) sind IMMER und zu 100% WUNSCHKINDER! Wir werden nicht überraschend Eltern, unsere Kinder falen nicht quasi „vom Himmel“. Uns „passiert“ eine Schwangerschaft nicht einfach so, weil die Pille versagt hat oder das Kondom gerissen ist bzw. vergessen wurde. Bevor wir Eltern (egal welcher Konstellation) werden, setzen wir uns sehr intensiv damit auseinander, wie das Leben aussehen kann, wie z. B. lesbische Paare zum gemeinsamen Wunschkind kommen, wie wir einem Pflegkind ein liebevolles zu Hause geben können, dass es in ihrer/seiner Ursprungsfamilie nicht hatte. Wir planen gemeinsam diesen Weg zu gehen und oft setzt man(n)/frau sich auch damit auseinander, was passiert, wenn es nicht klappt, wenn eine Trennung unausweichlich und sinnvoll für alle Beteiligten ist?! Und eines sei vorweg genommen; wir haben die besten Absichten, wollen das Beste für das Kind! Es wurde gewünscht, u. U. geplant und empfangen, voller Liebe! Und wir wollen und sollten es besser machen. Besser machen als die vielen Heteropaare, die ihre Trennung auf dem Rücken ihres (Wunsch-)kindes austragen! Leider höre ich mittlerweile immer öfter, das die Realität leider eine andere ist. Leider höre ich (in meiner Funktion als ILSE Hamburg Leitung und persönlich) mehrfach davon, dass es zwischen den Eltern, trotz aller Versprechungen und Vereinbarungen, zu einem „Rosenkrieg“ kommt, der nüchtern betrachtet noch viel schlimmer ist, als in eienr Heterobeziehung. Zwei Frauen streiten um das Sorgerecht, den Umgang und den Aufenthalt…

Sollten wir es nicht besser machen?

Sollten wir uns nicht daran erinnern, dass dieses Kind, das heute zwischen den Elternteilen hin- und her gezogen wird, damals der gemeinsame Traum war, das größte Glück und die Vervollständigung der Familie!? Und sollten wir unseren Kindern nicht vorleben, dass es auch anders geht? Unsere Kinder sind wahre Wunschkinder und als diese sollten wir sie auch behandeln. Sie haben das Recht glücklich mit allen Elternteilen zu leben, geliebt und umsorgt zu werden, egal wie die Kontellation und die aktuelle Lebenssituation aussieht und damit komme ich zu dem zweiten Thema.

Wenn wir uns (als lesbisches Paar) entschliessen, ein gemeinsames Wunschkind zu bekommen, stellt sich die Frage, wie wir uns die Familie vorstellen. Ich als ILSE Hamburg stehe voller Überzeugung dahinter, dass es DIE Lösung nicht gibt. Jede Lösung, die ein Paar findet, ist für dieses Paar richtig. Wenn das Paar hinter seiner Entscheidung steht und SEIN Familienmodell lebt, dann ist es gut und richtig. Es ist egal, ob das Paar sich entschließt, eine Samenbank aufzusuchen oder einen priaten Spender zu suchen. Und hier ist es dann egal, ob der Spender keinen Kontakt haben will und soll, ein wenig Kontakt oder sich das Sorgerecht mit der leiblichen Mutter teilt. Solange das Modell gewünsch, gewollt und gelebt wird, ist es gut und richtig.

Nun hörte ich wieder von einem Fall, wo eine Absprache mit dem potentiellen „Spender/Papa“ getroffen wurde. Es sollte eine Stiefkindadoption geben, bei der die Ehefrau der Bauchmama das Kind adoptiert und zum zweiten Elternteil des Wunschkindes wird. Der „Spender/Papa“ sollte bekannt sein, die Mütter hatten einen bekannten Spender gesucht und gefunden. Alle waren sich einig und das Wunschkind wurde geboren. Die Stiefkindadoption wurde durchgeführt und plötzlich sind alle Absprachen ungültig! Und so sehr ich jede Form der Regenbogenfamilie akzeptiere und gut heiße, so sehr lehne ich diese Art des Umgangs ab!

Sollten wir es nicht beser machen?

Sollten wir uns nicht an die Vereinbahrungen halten, die wir gemeinsam getroffen haben? Sollten wir uns nicht daran erinnern, das wir einen Plan hatten und diesen umgesetzt haben und glücklich sind, dass es geklappt hat? Sollten wir nicht so fair sein, unserem Wunschkind das Leben zu ermöglichen, welches wir uns gemeinsam für das Wunschkind gewünscht haben?

Ich glaube fest daran, das wir es besser machen können! Wir müssen es nur tun!

Ich wünsche euch einen schönen Sonntag!
Genießt eure Liebe, genießt eure Kinder und lebt das Leben, das ihr euch gewünscht habt!

Es grüßt euch herzlich,
Regina

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